Krebs,  Mein Tagebuch

Mein Umfeld

Hallo Ihr Lieben 😘

Gerade beschÀftigt mich ein Thema sehr!

„Wie geht mein Umfeld mit meiner Erkrankung um? Wie kommt mein Umfeld damit zurecht?“

Aber auch Fragen „Wie gehe ich damit um, wie mein Umfeld auf mich reagiert?“ Oder „Wie gehe ich mit meiner Krankheit um? Wie wirke ich auf meine Mitmenschen?“

Stellt ihr euch auch diese Fragen auch manchmal? Gerade dann, wenn man eine VerĂ€nderung bemerkt, kommen diese Fragen wieder an Tageslicht! 

In letzter Zeit merke ich VerĂ€nderungen an mir. Letztes Jahr war ich nicht gut drauf, war mental am Boden. Die erneute Diagnose zog mir den Boden unter den FĂŒĂŸen weg. Meine Familie und meine Freunde haben mich aufgefangen, waren fĂŒr mich da, halfen mir, mich besser zu fĂŒhlen. FĂŒr diese UnterstĂŒtzung war und bin ich so dankbar. An dieser stelle mal ein riesen D A N K E an euch alle! Ihr seid großartig. Ohne euch wĂ€re ich nicht da, wo ich jetzt stehe!

Menschen um sich zu haben, die einen unterstĂŒtzen, ist nicht selbstverstĂ€ndlich. Und das hat auch nicht jeder! Leider! Um so dankbarer bin ich, dass ich so ein GlĂŒck habe!

Aber auch deren Kraft ist nur begrenzt. Meine Kraft konnten sie helfen aufzubauen, ihre wurde dadurch weniger und auch vernachlĂ€ssigt. Jetzt ist es an der Zeit, dass sich meine Lieben um sich kĂŒmmern. 

Mir gehts es Mental wieder besser. Ich bin gefestigt. Meine Reha hat mir gut getan. Sie hat mich aufgebaut, oder eher, das Meer hat mich aufgebaut! 

Ich habe dort eine ganz liebe Frau kennengelernt. Wir waren uns von Anfang an sehr sympathisch, haben viel zusammen unternommen, waren gemeinsam am Strand spazieren, haben viel geredet und gelacht, und stehen heute immer noch in Kontakt! 

Ich kann von mir sagen, dass meine Kraft wieder zugelegt hat! 

Aber die Menschen in meinem Umfeld brauchen jetzt ihre Zeit, um sich zu regenerieren, um Abstand zu bekommen, um Luft zu holen um ihrerseits wieder zu KrĂ€ften zu kommen. 

Das einzige was ich tun kann, ist ihnen die Zeit zu lassen, die sie brauchen! Ich trete einige Schritte zurĂŒck, lass ihnen Freiraum! Denn sie sind an der Reihe, sich um sich selber zu kĂŒmmern. Ich bin da, wenn sie mich brauchen. 

Um auf den Kern meines Blogs zu kommen; diese sch
 Erkrankung ist fĂŒr jeden eine große BĂŒrde. Sie fordert ihren Tribut. Krebs macht Angst. Nicht nur bei mir, auch bei allen anderen. Jeder geht anders damit um. Soviel ist mal klar. 

Eine meiner engsten Vertrauten macht gerade eine schwere Zeit durch. Nicht nur durch mich, aber auch. Sie hat mich mental sehr unterstĂŒtzt. Ich weiß das zu schĂ€tzen und bin ihr mehr als dankbar. Sie hat mir schon vor lĂ€ngerem gesagt, dass sie mit meiner Erkrankung nur schwer, bis gar nicht klar kommt. Und ich bin froh, dass sie es mir sagen konnte. Nur so weiß ich, was ich tun kann. 

Ich hatte heute morgen noch ein gutes GesprĂ€ch dahingehend mit meinem Mann! Über die Ängste, die bei jedem anders liegen. Wir Betroffene haben eine andere Angst. Ich weiß nicht immer wohin mit meinen GefĂŒhlen. Und ich merke auch immer mehr, dass ich zB viele Dinge nur mit Gleichgesinnten besprechen kann. Oder nur mit Ihnen ĂŒber meine GefĂŒhle reden kann. Ich ĂŒberfordere mit meinen GefĂŒhle die GefĂŒhlswelt meiner Umgebung. Das kann ich mehr als nachvollziehen.

Und daher ziehe ich mich oft einfach zurĂŒck, und fĂŒhle mich alleine. Alleine mit meiner Angst, alleine mit meinen GefĂŒhlen. 

Aber ich glaube, dass ist das Los aller kranken Menschen!

Niemand kann, und sollte es auch nicht, mein GefĂŒhlschaos verstehen. Krebs kann man nicht verstehen. Selbst ich verstehe es nicht, oder nur teilweise. 

Wie soll denn dann, um himmels willen, mein Umfeld das verstehen, geschweige denn damit klar kommen, wenn ich das noch nicht mal richtig kann???

Tag fĂŒr Tag, lerne ich damit klar zu kommen, Tag fĂŒr Tag lerne ich mit dieser beschissenen Krankheit zu leben
 

Ich bekomme immer wieder gesagt, wie stark ich sei, wie ich mit meiner Krankheit umgehe. Das ist mir so nicht bewusst. Ich versuche nur, so normal wie möglich, meinen Alltag zu bewerkstelligen, was nicht immer klappt, wie ich es gerne hĂ€tte. Aber dennoch
 NORMAL ist das richtige Wort! 

Ich möchte kein OPFER meiner Krankheit sein, möchte mich nicht hĂ€ngen lassen. Das kĂ€me einem „AUFGEBEN“ gleich. Und gleichzeitig „KÄMPFE“ ich nicht wirklich. Sondern „ARRANGIERE“ mich mit meinem Krebs. 

KĂ€mpfen kostet Kraft, die ich fĂŒr andere, wichtigere Dinge in meinem Leben brauche. 

Arrangieren ist da das Zauberwort. Nur so kann ich gut Leben. Durch das „arrangieren“ wird vieles leichter!

„Positiv denken“, wie manche immer wieder sagen
 Ein Klischee, wo viele denken, sie mĂŒssten es sagen. 

Aber mal ganz ehrlich, wenn ich nicht positiv gestimmt wĂ€re, wĂŒrde ich dann all diese Dinge zum ĂŒberleben machen?

Aber ich schweife ab


KREBS macht ANGST. Auf allen Ebenen. Bei mir, meiner Familie, meinen Freunden, meinem Umfeld generell. Und jeder erlebt es anders, jeder geht anders damit um. Jeder braucht seinen Freiraum um Luft zu holen. Jeder steht fĂŒr sich selber ein und sollte auch nur so viel Kraft spenden, wie er es fĂŒr sich verantworten kann. Ich erwarte von niemandem, dass er mehr gibt als er im Stande dazu wĂ€re, nur weil er vielleicht denkt, er mĂŒsse, er sollte, oder ich erwarte
 Ich persönlich erwarte nichts. Von niemandem! 
Ich freue mich ĂŒber jede UnterstĂŒtzung, mag sie noch so klein fĂŒr manche erscheinen. FĂŒr mich ist sie riesengroß!

Aber kann ich ĂŒberhaupt irgendetwas erwarten? 
NEIN! NIEMALS! 
Erwartungen habe ich höchstens an mich selber. Dass ich sehe, fĂŒhle und mich auf mein BauchgefĂŒhl verlasse. 

Wenn ich mir meinen Text so anschaue, habe ich das GefĂŒhl, dass ich immer noch nicht so richtig den Nagel auf den Kopf getroffen habe. Habe das GefĂŒhl, dass ich immer noch nicht das gesagt habe, was ich eigentlich ausdrĂŒcke wollte. 

Aber kann man das jemals richtig in Wort und Schrift verfassen? 

Ich glaube dennoch, dass jeder, der das liest, zumindest im Ansatz versteht, was ich meine und versuche zum Ausdruck zu bringen. Diese Art zu denken, und damit umzugehen, ist nicht in ein paar SĂ€tze zu bringen. Da bedarf es mehrere und auch ausgeschmĂŒcktere SĂ€tze. Und vielleicht auch mehrere Blogs, um das alles zu erfassen und zu beschreiben. 

FĂŒr heute möchte ich es aber mal gut sein lassen und hoffe ich habe hier niemanden ĂŒberfordert. Aber es sind nun mal meine Gedanken, die raus mĂŒssen. Und dazu dient ja nun mal mein Blog. 

Auf das Leben und

#gebtachtaufeuch

Eure Mary đŸŒč 

2 Kommentare

  • pusteblume49

    Das sind all die Nebenwirkungen, die auf keinem Beipackzettel stehen. Sie sind einfach da und gehen auch nicht weg, selbst wenn wir uns alle noch so anstrengen. Aber eins kann ich dir mit auf dem Weg geben: du musst dich nicht zurĂŒckziehen. Dein Angebot und dein Herz, auch fĂŒr andere da zu sein, ist ein große Gabe. Es obliegt jedem selbst, ob er es annehmen möchte. Und so wie du fĂŒr dich sorgen musst, damit du dich arrangieren kannst und damit lernst zu leben, so ist auch jeder andere fĂŒr sich verantwortlich. Es ist wunderbar, wie du deine GefĂŒhle zum Ausdruck bringst und ich wĂŒnsche dir weiterhin Menschen, die dich unterstĂŒtzen und dabei auf sich acht geben. Manchmal kann eine kleine Auszeit eben Wunder bewirken.

    • MaiRose

      Danke Liebes fĂŒr deine Worte. 💖 das bedeutet mir viel.
      Kleine Auszeiten mĂŒssen immer drin sein und sind wichtig! Denn damit achtet man auf sich! 😘

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