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Arztgespräche…

Ein paar Tage sind vergangen. Tage voller Traurigkeit, aber auch mit ein paar ganz spontanen Stunden der Ablenkung mit Herzmenschen.

Fangen wir bei letzter Woche an. Mit meinem Gespräch beim Onkologen. Das war am Mittwoch, 06.03… Ich war etwas nervös, weil er mir die Arztbriefe richtig erklären wollte. Einiges konnte ich mir selber schon erklären, anderes eben nicht. Und „Dr.Google“ ist nicht bei allem eine helfende und gute Alternative! Dann schon lieber ein realer Arzt.

Er fing an zu erzählen, aber schweren Herzens. Und mir wurde es auch auch schwer ums Herz, als er mir erzählte, was die Ärzte in Köln gefunden hatten und warum meine Therapie so gemacht wird wie sie gemacht wird.

Dass ich eine „Sternummetastase mit parasternalen (umliegenden) LK (Lymphknoten) Metastasen hab, das wusste ich ja. Und geahnt, was er danach sagen würde, hab ich auch. Aber es zu hören… ist noch mal eine ganz andere Hausnummer.

„Es ist leider nicht mehr heilbar Frau F.“

Bähm. Das hat gesessen. Nicht mehr heilbar… Ich war geschockt, und gleichzeitig hab ich es geahnt…
Tränen liefen mir die Wangen runter.
Zum Glück rappelte sein Telefon, er ging kurz aus dem Zimmer, und ich hatte Zeit mich wieder zu sammeln!

Er erklärte ein paar Begriffe, wie

  • oligometastasiert
  • semi-kurativ

Oligo… heißt so viel wie an einer Stelle metastasiert, lokal, also eigentlich gut in den Griff zu bekommen. Das ist das Positive!
Semi-Kurativ ist der eigentlich Begriff für Palliativ. Kurativ ist heilbar, Semi-Kurativ, im übersetzten Sinne, heisst „halb Heilbar“ und daher spricht man von Palliativ!

Das Ganze sieht also folgender Maßen aus:
Weil es ein Lokal-Rezidiv ist, hab ich zwar gute Chancen, dass durch die Bestrahlung, und zusammen mit den Medis, alles soweit eingedämmt werden kann, dass man vielleicht nur noch wenig, oder sogar im besten Fall, nichts mehr sieht von meiner Metastase. Danach kommt ein weiteres Medikament zum Einsatz, welches zusammen mit dem, was ich jetzt schon nehme, die Zellteilung zum stoppen bringen kann. Die Therapie ist wie folgt Aromatasehemmer + CDK 4/6! Dieses CDK 4/6 wird wohl Ibrance sein und wird nach meiner Bestrahlung zum Einsatz kommen.

Da meine umliegenden LK’s befallen sind, können diese natürlich schon weitere kleine Organismen durch die Lymphbahnen transportieren haben, und wo sich dann was absetzt und zu einer neuen Metastase wird, kann man nicht wissen, und auch so nicht feststellen. 
Daher steht für mich der Begriff „Semi-Kurativ“ im Arztbrief!

Dennoch stehen die Chancen gut, dass wir es so in den Griff bekommen, weil eben, bei den ganzen Untersuchungen, sonst KEINE Metastasen festgestellt werden konnten! Das ist ein riesen Vorteil, und das Positive an der ganzen Geschichte!!!

Planungs-CT
Positions-Markierungen

Einen Tag später, am 07.03., war ich in der Strahlentherapie zum Planungs-CT. Es verlief recht unspektakulär. Alles war schnell eingezeichnet, und ich konnte mich wieder anziehen und nachhause fahren.
Und an diesem Tag, genau vor 3 Jahren, bekam ich meine Erstdiagnose. Alles jährt sich im gleichen Zusammenhang. Das fühlt sich echt komisch an.

Am 18.03, vor genau 3 Jahren, hatte ich meine erste OP, Wächterlymphknoten raus und der Port für die Chemo wurde gesetzt. Und an diesem Tag geht meine erste Bestrahlung los. 24 Stück insgesamt. Bis Gründonnerstag einschließlich.

Nach diesem Termin war ich noch zu meinem FA, dem ich die ganzen Briefe von Köln gegeben habe. Er war über Fastnacht in Urlaub und hatte somit noch nichts in der Hand. Einen Tag später, Freitag 08.03 rief er mich persönlich an um mir darüber zu reden.
Er bestätigte mir alles, was mein Onkologe mir schon mitteilte. Ein schwerer weg das alles wieder durchstehen zu müssen, auch wenn die Therapie anders aussieht als meine erste.

Ich werde kämpfen so lange ich kann. Ich werde mein Bestes aus mir rausholen um mit meinem Mann zusammen viele schöne Momente zu schaffen, um meinen kleinen Enkel aufwachsen zu sehen, um mit meiner Familie zusammen zu sein!

Montag geht es endlich mit der Bestrahlung los, es wird auch Zeit. Meine Schmerzen werden stärker, viele Bewegungen tun einfach nur weh. Husten, Niesen, tiefes atmen… das alles drückt auf den Knochen und schmerzt heftig. Ich hoffe, dass die Bestrahlung und die Therapie anschlagen, und ich mich wieder auf andere Dinge konzentrieren kann. Auf fröhlichere und glücklichere Dinge! Das Leben ist schön, und ich möchte es noch genießen können!

So viel erst mal von mir. Ich wünsche euch allen eine schöne und glückliche Zeit mit all euren Lieben. Genießt jeden Moment, man weiß nie was passiert!

In diesem Sinne #gebtachtaufeuch

Eure Mary 🌹

4 Gedanken zu „Arztgespräche…

  1. Meine Mama hat dieselbe Diagnose im letzten Juni bekommen und ist jetzt dann mit ihrer Bestrahlung fertig. Aktiv ist gerade nichts, das ist sehr schön.
    Auch ich wünsche dir von Herzen, dass erstmal die Schmerzen verschwinden und du diese Nachrichten gut verdauen kannst.
    Ich finde deine Haltung sehr tapfer und bewundernswert!

    1. Ach Mensch. Das freut mich für deine Mama, dass gerade nichts aktiv ist. Da will ich auch gerne hin. Liebe Grüße unbekannterweise an deine Mama. Fühl dich umarmt von mir! Und Danke für deine lieben Worte und Wünsche 😘🍀

  2. Brustkrebsmetastasen sind nicht heilbar – deshalb finde ich Bemerkungen wie „du schaffst das“ unpassend, weil es zeigt, dass der Gegenüber keine Ahnung hat. Ich finde es aber gut und richtig, dass Du versuchst, das positive zu sehen, nämlich dass es nur an einer Stelle sitzt. Ich wünsche Dir, dass die Bestrahlung die Schmerzen nimmt und Du noch ganz viel schöne Dinge beschwerdefrei geniessen kannst – und das moch gaaanz lange. 😘

    1. Wie recht du hast. Ich lasse mich nicht unterkriegen. Aber so eine Nachricht muss auch erst mal verdaut werden.
      Liebe Grüße und eine dicke Umarmung für dich. 🍀

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