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Bestrahlungen, Medis und meine Angst!

Hallo meine Lieben 💖

Es wird langsam Zeit, euch auf den neusten Stand zu bringen. Lange habe ich alles sacken lassen, verdaut ist es aber dennoch nicht, die Wucht der Neuerkrankung traf mich zu heftig. Obwohl ich es geahnt hatte…

Aber mal von vorne.

Letzte Woche Mittwoch war ich zum Erstgespräch in der Strahlentherapie. Eine sehr schön eingerichtete Praxis, sehr nettes Personal und was das wichtigste ist, ein sehr netter und emphatischer Arzt 👨‍⚕️! Ich habe mich verstanden gefühlt. Und er konnte mir vieles beantworten und hat mir alles haargenau erklärt. So muss das sein. Die zweite Praxis bin ich mir gar nicht erst anschauen gegangen. Habe mich direkt für die erste entschieden.

Mein Planungs-CT ist diese Woche und am 18.03 gehts dann los. Ich werde aber nochmal nachfragen, ob es nicht doch etwas früher geht. Das finde ich echt noch etwas lange bis dahin.
Ich erzählte euch ja im letzten Post, dass eine Freundin von mir in der Strahlentherapie arbeitet, sie hat mir schon viel geholfen meine Angst davor zu überwinden. Und sie meinte auch, dass es eine lange Zeit wäre, von der Planung bis zur ersten Bestrahlung. Normalerweise würde das nur 3-4 Tage maximal dauern. So ist es zumindest bei denen in der Praxis. Das heißt für mich, dass ich in meiner Praxis nachfragen werde.

Aber dennoch, die Praxis ist perfekt für mich. Die Bestrahlung wird an einem neuen Gerät gemacht. Ein digitales Gerät, welches viel besser und schonender für Lunge und Herz ist. Es wird rundum bestrahlt, d.h. dieses Gerät fährt um mich herum und berechnet genau, wo mehr bestrahlt werden muss, und wo es weniger sein muss. War eine sehr interessante Aufklärung…

Der Arzt meinte auch, dass er der gleichen Meinung ist wie die Kölner Ärzte. Er geht absolut konform mit der Empfehlung, wie viel bestrahlt werden muss und auch mit den Medis die ich anschließend bekommen muss.

Meine Diagnose lautet:
„Sternummetastase mit parasternalen Lymphknoten (LK) Metastasen!“

Und die Art wie bestrahl wird, kann tatsächlich nur in dieser Praxis gemacht werden. In 24 Sitzungen bekomme ich je 2,5 Gray (Gy), das ist die Einheit in der bestrahlt wird. Das ist nicht wenig. Hoffe meine Haut wird nicht zu sehr leiden.

•••

Das Tamoxifen muss ich absetzen und wird durch ein neues Medikament ersetzt. Am Mittwoch hab ich einen Termin bei meinem Onkologen. Dann stellt er mich um.

Nachdem ich von meinem Erstgespräch zurück war, rief ich in der Onkologie an und die nette Dame an der Rezeption meinte, ich sollte alle Arztbriefe faxen, sie würde sich dann nach Absprache mit dem Arzt bei mir melden, und mir einen Termin nennen. Gesagt getan, ich habe gefaxt. Einige Zeit später rief mich die Praxis an. Es war mein behandelnder Arzt persönlich. Sowas hat man ja echt selten.

Er war erst mal sehr perplex über meine neue Krebserkrankung. Man hat gemerkt, dass er sprachlos war und erst mal nicht wusste was er dazu sagen sollte. Verständlich. Aber dann kamen wir schnell ins Gespräch und wir vereinbarten für diese Woche Mittwoch einen Termin. Er wird mir dann auch etwas genauer die Arztbriefe von Köln erklären. Dafür wollte ich nicht auch noch zusätzlich nach Köln fahren. Ich war im Januar und Februar insgesamt 5x in Köln, für alle Untersuchungen die eben notwendig waren. Und daran tat ich auch gut, wie mir meine Ärzte hier versicherten. Die Behandlung, die in Köln im Tumorboard besprochen wurden, werden hier sehr ernst genommen und auch genau so umgesetzt. Damit fühle ich mir sehr gut.

Ihr fragt euch sicher, wie es mir damit jetzt geht?

Ehrlich gesagt, ist meine Gefühlswelt gerade furchtbar durcheinander. Mein Loch ist groß, ich habe Probleme mich über Wasser zu halten. Jeder Termin fällt mir schwer. Ich könnte jeden Tag weinen, meine Traurigkeit sitzt tief! Ich habe das Gefühl, dass von mir erwartet wird stark zu sein, dass ich sofort anfangen muss zu kämpfen… Das erdrückt mich gerade. Wahrscheinlich ist es nur Einbildung von mir, dass das so erwartet wird. Ich weiß es nicht, aber es lähmt mich!
Der Kampfgeist ist da, natürlich werde ich kämpfen, ohne jeden Zweifel. Aufgeben ist KEINE OPTION!!!
Aber ich habe diese ganze Scheiße noch gar nicht richtig realisiert. Wie soll ich denn da direkt aufstehen, stark sein und kämpfen? Dieser Mist erdrückt mich und ich weiß nicht wie ich es verarbeiten soll.

Der verf…  scheiß Krebs ist zurück und damit muss ich erstmal klar kommen.
ICH HABE ANGST, SEHR GROSSE ANGST!!!

Ich habe Angst meinen kleinen Enkel nicht aufwachsen zu sehen, ich habe Angst mit meinem Mann nicht gemeinsam alt zu werden, ich habe Angst, dass der Krebs mich dahin rafft und ich all das, was ich noch erleben möchte nicht mehr erleben darf! Diese Angst kann ich gerade nicht abstellen, dabei würde ich das so gerne.
Ich muss es aber erstmal zulassen, um es zu verarbeiten, dann kann ich auch wieder richtig in den Kampfmodus gehen! Ich muss es auch aussprechen, sonst hab ich das Gefühl daran zu ersticken.

So viel erst mal von mir und meinen Gedanken und Gefühlen, die mich gerade beschäftigen. Morgen und Donnerstag stehen dann die Arzttermine an, und dann sehen wir weiter. Bis dahin wünsche ich euch allen eine schöne Zeit.

Eure Mary 🌹

3 Kommentare

  • Der Feind in mir

    vielleicht können sie Dir auch einen Psycho-Onkologen empfehlen – das ist ja nix, was man allein oder mit Familie/Freunden klären kann. Solche Gespräche hatte ich in der Reha mit einer Psychologin, fand ich sehr hilfreich. Ansonsten: Gefühle,Verzweiflung, Wut erstmal zulassen – und danach kämpfen gehen. Ist aber eine erdenklich miese Situation, vor der wir Betroffenen uns alle fürchten, da wir wissen, was das bedeutet. Alles Liebe für Dich. 😘

  • samybee

    Ich wünsche Dir viel Kraft für die Behandlung und alles was da kommt.
    Die Wartezeit vor der Behandlung gibt den Ängsten und Gedanken sehr viel Raum. Ich drücke Dir die Daumen, dass Du bald einen Termin bekommst.
    Und es ist auch okay, andere für sich kämpfen zu lassen. Dafür sind ja Ärzte da.
    Drück Dich!

    • MaiRose

      Danke für deine lieben Worte. Werde morgen mit meinem Onkologen alles besprechen. Vielleicht kann er was richten, dass der Termin zur ersten Bestrahlung schneller geht.

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