Krebs ·Mein Tagebuch

Die Angst, die inne wohnt

Ihr kennt das bestimmt auch.

Die Angst, die immer da ist. Man schläft mit ihr ein und steht mit ihr auf.

Seit ich Krebspatientin bin, und alles hinter mich gebracht hab, und jede Untersuchung sehr gut bei mir ausfällt, habe ich dennoch immer Angst vor einem Rezediv. Bei vielen Krebspatienten kommt der Krebs irgendwann zurück. Ich erlebe es gerade auch bei vielen meiner „Mitstreiter“, dass sich wieder etwas neues gebildet hat. Ein neuer kleiner Knoten, oder die Lymphdrüsen sind entzündet, oder die Chemotherapie schlägt nicht an, und nach einer erfolgreichen OP steht der nächste Tumor in den Startlöchern und die Chemotherapie hilft wieder nix. Wo man hin hört schlägt der Krebs zur Zeit wieder zu. Rezediv hier, Rezediv da…

Das macht mir Angst. Aber ich weiß auch, dass mich diese Angst nicht beherrschen wird. Dafür sorgen ich schon. Aber ich möchte dennoch drüber reden, was mich gerade bewegt und euch daran teilhaben lassen, das ist meine Therapie. Das Schreiben ist seit meiner Erkrankung meine Therapie. Hat mir schon so manches Mal geholfen, fühlte ich danach besser und befreiter. Und weil es mich gerade wieder so beschäftigt, muss ich es niederschreiben.

Die vielen Kämpfer unter uns „Krebsis“, haben es gerade nicht leicht. Und ich finde, sie haben unsere Aufmerksamkeit verdient. Krebs verbindet, so komisch es sich anhört, aber genau so ist es. Als wir unser Bloggertreffen in Köln hatten, da haben wir gemerkt, dass wir einen intensiven Zusammenhalt gespürt haben, dass es eine Verbundenheit gibt, und dass wir gemeinsam etwas bewirken wollen.

Krebs ist leider immer noch ein Tabuthema. Und wir sollten anfangen, uns damit auseinanderzusetzen und Aufklärung betreiben.

  • Krebs geht jeden etwas an
  • Krebs macht vor keinem Alter halt
  • Krebs hat viele Gesichter
  • Krebs ist auch in deiner Umgebung
  • Krebs sollte KEIN Tabuthema mehr sein
  • Krebs ist NICHT ansteckend
  • Krebs kannst auch du bekommen!!!

Jeder Mensch hat Krebszellen in sich. Bei dem einen „entzünden“ sie sich, bei dem anderen passiert nichts. Ich erlebe immer noch Menschen, die den Kontakt meiden, wenn in ihrem Umfeld jemand an Krebs erkrankt ist. War mist das so? Es gibt aber auch die Menschen, die nicht darüber reden können, wenn die Diagnose plötzlich im Raum steht. Beides hat u.a. damit zu tun, dass die Menschen nicht viel über diese böse Krankheit wissen, und daher auch oft ein falsches Bild davon haben.

Die Medizin ist heutzutage schon sehr weit gekommen. Die Forschung kann schon viel machen. Mir hat die Medizin sehr geholfen. Ich war aber auch aufgeschlossen und hab mich damit auseinander gesetzt. Ich wusste, was auf mich zukommen wird, und konnte gut damit umgehen. Aber das ist bei vielen Menschen nicht so. Und oft sind sie alleine mit ihren Ängste und Gedanken.

Zur Zeit sind meine Tage wieder besser. Das schwarze Loch, welches mich Anfang Mai etwas aus der Bahn geworfen hat, ist wieder mehr verschlossen. Manche Tage sind zwar immer noch grau, aber vieles ist zur Zeit auch bunt. Ich lass die Sonne ☀️ wieder in mein Herz, ich genieße die Natur, und ich tanze mir einfach manche Dinge auch von der Seele durch mein neues Hobby!!!

Ich bin froh, dass ich verschiedene „Ventile“ gefunden habe. Einmal das Schreiben, dann das Tanzen und die Unterstützung anderer an Krebs erkrankten Menschen. Letzteres befindet sich allerdings noch im, ich nenne es mal, „Aufbau“. Manche Ideen brauche eine Weile bis zur Umsetzung. Aber ich bleibe dran.

Ihr lieben Menschen da draußen, die meinen Blog lesen, oder mir sonst wie folgen. Ich danke euch für eure Treue, für eure Aufmerksamkeit, einfach für euer da sein.

Ein DANKE war schon längst mal fällig. ❤️💋❤️ Ihr seid toll!!!

Eure Mary 🌹

Ein Gedanke zu „Die Angst, die inne wohnt

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