Brustkrebs ·Krebs ·Mein Tagebuch

Stimmungsschwankungen…

Und davon gerade zu viele

Damit umzugehen fällt mir gerade etwas schwer.

Aber mal ganz von vorne. Seit ein paar Wochen habe ich Probleme, meine Stimmung einzuordnen, und auch zu verarbeiten… Ist ja auch alles ein bisschen viel gewesen, was in den letzten Jahren so über mir eingestürzt ist.

Eigentlich hab ich das alles gut verarbeitet. Aber immer wieder mal falle ich in ein Loch. So auch momentan. Ich habe das Gefühl meine Mitte verloren zu haben.

Es geht auch wieder auf meinen Geburtstag zu. Letztes Jahr das gleiche Spiel. Ich wollte meine Geburtstagsparty zusätzlich zu einer Victoryparty machen. Es wurde aber alles zu viel und habe kurzerhand den meisten Leuten wieder abgesagt. Und nur mit meinen engsten Vertrauten gefeiert. Absolut genial und auch völlig ausreichend. 🤗

Dieses Jahr wollte ich auch wieder feiern. Und habe auch wieder alles rückgängig gemacht. Stattdessen fahre ich mit meinem Herzmann ein paar Tage weg. Es geht nach DRESDEN!!! Das wird so schön und ich freue mich dermaßen darauf. Zeit zu zweit. Eben #qualitytime!

Kann ich nicht mehr richtig feiern? Das frag ich mich… Aber das ist völliger Quatsch. Mein Focus liegt nur woanders. Natürlich kann ich noch feiern. Aber das ist es nicht, was ich brauche. Ich brauche Zeit mit meinen Hetzmenschen. Mit meinem Herzmann, meiner Familie und den engsten Vertrauten.

Meine Krebserkrankung hat mich verändert. Hat meinen Focus verändert. Ich bin dankbar dafür, dass ich lebe, dass ich meine Liebsten um mich habe. Ich genieße jeden Moment und lebe im hier und jetzt. Ich brauche keine dicke fette Party um meinen Geburtstag zu feiern. Ich brauche nur meine Liebsten um mich.

Das heisst aber nicht, dass ich keine Party mehr mache. In 2 Jahren wird definitiv deftig gefeiert. Ich feiere dann meinen 50. Geburtstag! 🎉 Darauf arbeite ich hin.

Aber ich bin ein klein wenig vom Thema abgekommen…

Ich bin gerade sehr nachdenklich! Meine Gedanken kreisen in verschiedene Richtungen. Warum ich gerade jetzt wieder meine Mitte verloren hab, kann auch damit zusammen hängen, dass ich vor zwei Jahren, an meinem Geburtstag, im KH lag und mir meinen Cocktail abgeholt hab. Das liegt wie ein Schleier über mir. Wenn dann der Tag X immer näher kommt, dann ist das schwarze Loch wieder größer als sonst. Ich kann das auch nicht abschütteln. Das muss ich ja vielleicht auch nicht. Aber ich muss lernen damit umzugehen. Das ist gar nicht so einfach.

Ich hab mich nie gefragt:

Warum ich?

Womit hab ich das verdient?

Erstens bekommt man eh keine Antworten, und zweitens spielt es auch überhaupt keine Rolle… Ändern kannst du eh nix daran, dass du jetzt Krebs hast. Du kannst nur dadurch gehen. Am besten erhobene Hauptes…

Und wenn ich eins gelernt hab in dieser Zeit: es steckt immer mehr Kraft in einem, als man denkt!

Morgen, Samstag, fahre ich nach Köln zu einem Blogger-Workshop. Dort werde ich zum ersten mal seit meiner Behandlung auf Gleichgesinnte treffen. Während meiner Chemozeit fand ich die Gespräche toll. Danach, und das fiel mir nie so auf, bis jetzt, hab ich mich davon distanziert. Vielleicht weil ich den Abstand zu meiner Krebserkrankung brauchte. Um mich zu schützen. Ich weiß es nicht. Mittlerweile aber glaube ich, dass mir die Gespräche fehlen. Der Austausch ist für uns „Krebsis“ sehr wichtig. Und ich merke immer mehr, dass mir das fehlt.

Der Krebs, auch wenn ich selber „krebsfrei“ bin, gehört zu meinem Leben dazu. Er wird immer ein Teil meines Lebens sein. Und daher freue ich mich sehr auf dieses Treffen morgen. Auf einen regen Austausch, schöne Stunden, tolle Gespräche. Einfach auf eine gute Zeit! Und ich hoffe, es wird mir helfen, meine Stimmungsschwankungen wieder etwas zu beruhigen.

Ich werde meine Mitte wieder finden. Ich arbeite daran…

Versprochen!!!

Eure Mary 🌹

4 Gedanken zu „Stimmungsschwankungen…

  1. Liebe Mary, hast Du mal darüber nachgedacht, mit einem Psychotherapeuten zu sprechen? Mit Gleichgesinnten sprechen tut auch gut – das Thema Krebs wird uns bis ans Lebensende begleiten – das ist auch ok – es darf nur nicht den ganzen Raum vereinnahmen. Und keine Angst machen. Viel Spass in Köln!

    1. Danke dir für deine Worte.
      Ich habe die Tage noch zu meinem Mann gesagt, dass ich jetzt doch besser eine Therapie machen sollte. Anfangs, während und danach wollte ich nicht. Ich hatte nicht die Muse dazu. Aber jetzt, so mit Abstand betrachtet, wäre es wahrscheinlich sinnvoller.
      Es macht mir keine Angst. Und im Grunde komme ich auch recht gut klar damit. Aber eben nicht so, wie ich es gerne hätte. Vielleicht erwarte ich auch zuviel…
      Ich sitze im Zug auf dem Weg nach Köln und freue mich sehr auf den Workshop!
      Hab auch du einen schönen Tag 🍀
      LG Mary 🌹

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