Brustkrebs ·Chemotherapie ·Gentest ·Krebs ·Operation

Die Zeit vergeht…

… und nach längerer Zeit melde ich mich mal wieder. Es ist sehr viel passiert. Und ich muss gestehen, dass ich kaum Muse hatte zum schreiben, aus verschiedenen Gründen. Zum einen hat es mich sehr beschäftigt, dass die OP so kurz vor der Tür stand. Ich musste mich damit auseinandersetzten, dass meine eigenen Brüste nun weggemacht werden, zwar durch Implantate ersetzt werden, aber man muss sich damit abfinden. Was meine Gesundheit angeht, ist es natürlich die beste Variante! Gar kein Zweifel… Und zum anderen, musste ich alles richten für den Krankenhausaufenthalt, der ja in Köln statt fand. Und es blieb mir kaum Zeit zum schreiben. Ich hatte mehrmals angesetzt, aber es wollte mir nicht so richtig einfallen, wie ich das alles hätte formulieren können. Selbst jetzt überlege ich noch hin und her! Dennoch versuche ich euch zu erzählen, was mir in den letzten Wochen so durch meinen Kopf gegangen ist. Positives, sowie negatives!

Am 22. September war das Vorgespräch in Köln in der Uniklinik im Brustzentrum. Ich hatte dort ein super gutes Gefühl von Anfang an. Und das Gespräch verlief richtig gut. Der Arzt, der mich auch operiert hat, hat mir alles ganz genau erklärt, wie die OP abläuft, was hinterher zu beachten ist, usw. Er zeigte uns auch mal, wie so ein Implantat aussieht, und hat mir gezeigt, welche Grammzahl in etwa für mich in Frage kommt! Alles in allem ein sehr aufschlußreiches Gespräch! Anschließend sind meine Tochter und ich, wir haben einen Mutter-Tochter-Tag daraus gemacht, noch in die Innenstadt von Köln gefahren, trafen uns noch mit einer Freundin von meiner Tochter, sind noch was leckeres essen gegangen und dann wieder nachhause gefahren! Das war, nach all den Informationen, wichtig, um etwas abzuschalten!

Der OP-Termin stand nun fest. Am 06. Oktober wird operiert. Anreisetag war der 5. Oktober. Da gab es noch Gespräche zu führen. Mit dem Stationsarzt, dem behandelnden Arzt bzw dem Operateur, und dem Anästhesist. Mein Mann ist mit mir gefahren, war bei allen Gesprächen dabei, hat mir die Hand gehalten, mich getröstet wenn gerade die Tränen liefen… Er übernachtete bei einem Verwandten 2 Nächte, um in meiner Nähe zu sein. Um vor der OP, nach der OP und nen Tag danach noch bei sein zu können! Das war einfach nur schön und wichtig für uns beide! Das Gespräch mit dem Operateur, der ebenfalls der Leiter des Brustzentrums ist, war wie beim ersten mal, sehr gut und aufschlußreich! Mein Mann war ebenfalls sehr angetan von meinem Arzt!

Nachdem alle Gespräche gelaufen waren, und es schon langsam Abend wurde, fuhr mein Schatz mal zu unserem Verwandten… Und ich versuchte es mir „gemütlich“ zu machen und zu verstehen, was da am nächsten Tag auf mich wartete!

Der nächste Tag kam. Der OP-Tag! Im Vormittag sollte ich an der Reihe sein. Meine Bettnachbarin war noch vor mir dran. So gegen 11.30 etwa bin ich zum OP-Saal gefahren worden. Mir war schon etwas komisch zumute, aber ein zurück gab es natürlich nicht! Warum auch… Ich vertraute dem Ärzteteam, dass alles gut ausgehen wird!

Nach der OP kam ich wieder auf Station und mein Schatz wartet bereits auf mich. Es fühlte sich alles etwas komisch an. Und neben der Rolle war ich natürlich auch noch. Habe mehr geschlafen, als ich wach war. Das war auch gut so. Ich war nur froh, das mein Schatz da war und neben mir saß und sich um mich kümmerte. Abends sollte ich versuchen aufzustehen um auf die Toilette zu gehen. ‚Ja scheiße mein Schätzchen’… dachte ich mir so. Das ging gar nicht. Auf der rechten Seite hatte ich wahnsinnige Schmerzen. Am Anfang war noch unklar woher sie kamen, weil ich ja vollgepumpt war mit Schmerzmedis… Später stellte sich raus, dass es die Drainage war, die mir gegen die Rippen drückte. Sie lag ziemlich mies muss ich sagen.

Am Freitag wurde dann der Verband abgemacht und einen Kompressions-BH angepasst. ‚Jetzt schon?‘ dachte ich… aber das scheint so üblich zu sein. Und ich muss sagen, mit dem BH hab ich mich doch deutlich besser gefühlt. Er hat halt eben alles schön zusammen gehalten. Am Freitag fuhr mein Männe dann auch mal wieder nachhause. Um Sonntags dann mit meiner Familie wieder zu kommen. Darauf freute ich mich riesig. Von Tag zu Tag ging es mir auch besser. Zumindest körperlich. Die Schmerzen waren erträglich, was aber auch kein Wunder war, bei dem was ich an Medis alles bekam.

Am Samstag bekam ich dann Besuch von meiner Besten mit Familie. Wir sind dann mal ein wenig an die frische Luft spazieren gegangen (mit 2 Drainagen) … Sah schon etwas gewöhnungsbedürftig 🤔 aus, aber das war mir egal, hauptsache mal frische Luft! Wir haben viel geredet und sie haben mich ein wenig abgelenkt.

Ab Samstagnachmittag ging es mir dann seelisch überhaupt nicht gut. Nachdem meine Freundin dann gefahren war… Ich musste ständig weinen, hatte dann die Schmerzen von der Drainage bei manchen Bewegungen und ich hatte Heimweh. Hinzu kamen Magenschmerzen, trotz Magenschutztablette… Der Tiefpunkt nach der OP war erreicht!!! Dann habe ich mal ne Runde ganz laut ‚scheiße‚ mit meiner Bettnachbarin gebrüllt… 😜 das tat gut und hat geholfen! ☺️ In der Nacht hatte ich aber wieder so wahnsinnige Magenschmerzen, die waren so heftig geworden, dass ich den BH unten aufmachen mußte. er drückte mir zu sehr auf den Magenpförtner. Am nächsten Morgen ging es mir dann wieder etwas besser.

Meine Familie kam zu Besuch. Ich hab mich so riesig gefreut… aber ich war so platt von der Nacht davor und meine Stimmung war nicht gut. Es tat mir so leid, aber ich konnte irgendwie nichts daran ändern. Aber wir haben alle das Beste daraus gemacht.☺️ Solche Tage gehören nun mal dazu…

Per dann ging es jeden Tag wieder besser… und Mittwochs konnte ich schon entlassen werden. Gerade mal eine Woche nach der OP. Aber immer noch mit 2 Drainagen. Mein Männe und meine Tochter kamen mich abholen und er hatte auch den Rest der Woche noch Urlaub. Das half mir natürlich ungemein, da ich immer noch sehr eingeschränkt war in meinen Bewegungen. Aber es wurde von Tag zu Tag etwas besser. Die beiden Drainagen habe ich dann nach meiner Entlassung erst zwei Wochen später ziehen lassen können. Endlich war ich befreit davon… ab jetzt wurde es noch schneller besser, konnte mich endlich freier bewegen.

Jetzt, 6 Wochen nach der OP, fühle ich mich wirklich um einiges besser, und kann mich wieder anderen Dingen zuwenden.

3 Gedanken zu „Die Zeit vergeht…

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