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Fahrt nach Köln zur Uniklinik, Teil 3

In diesem Blog hab ich davon berichtet, dass das Ergebnis von meinem Gentest da ist, und ich am 29.08. einen Termin habe. Am Montag war es dann soweit und das warten hatte endlich ein Ende!!! Meine Mom und mein Herzmann fuhren mit. Zur moralischen Unterstützung, zum Zuhören, denn 6 Ohren hören mehr als 2 oder 4, und für die Fahrt selber auch, da das für mich alleine doch sehr anstrengend geworden wäre. Wir fahren schließlich ca 2 std dort hin. So konnten wir uns die Fahrt etwas aufteilen.

Nun gut… kommen wir zum eigentlichen Thema.

Die Ärztin teilte mir mit, dass sie etwas gefunden haben… … … … Geahnt hat man es ja, da ich ja die 3. Generation in Folge bin, aber es dann doch zu hören, ist etwas anders. Es fühlt sich an wie ein Schlag ins Gesicht!!! Im ersten Moment liefen mir die Tränen… Nachdem ich mich etwas beruhigt hatte, erklärte mir die Ärztin alles ganz genau. Es war ein intensives und aufschlußreiches Gespräch. Bei mir ist dieses brca2-Gen defekt. Der Schutz, der dieses Gen geben soll, ist bei mir nicht mehr da. D.h. ich habe eine Wahrscheinlichkeit von über 50% nochmal zu erkranken. Nicht nur an Brustkrebs, sondern auch an Eierstockkrebs! Auch wenn dieser nicht in unserer Familie ist, so kann es dennoch sein, da dieses Gen eben auch für Eierstöcke und Eileiter zuständig ist! Und wenn der Schutz nicht mehr gegeben ist, dann sollte man am besten dafür sorgen, dass alles, was angegriffen werden kann, entfernt wird!!! Eben alla Angelina Jolie! Prophylaktisch sozusagen!

Am Ende des Gesprächs nahm die Ärztin mir noch mal eine Blutprobe ab. Dieses wird noch mal gegengetestet, also quasi eine B-Probe! Das Ergebnis wäre dann so in 3-4 Wochen da und würde in Form eines Briefes zugestellt werden!

Danach wurde meiner Mom auch eine Blutprobe abgenommen, und dieses wird auf mein defektes Gen getestet. Wenn das Ergebnis da ist, fahren wir wieder nach Köln, und meine Tochter fährt dann auch mit. Sie wird dann anschließend getestet. Alles ein ziemlicher Aufwand, aber es muss sein.

Dieser Tag in Köln war für mich zweideutig.

  • Einerseits hätte ich mir gewünscht, dass sie nichts gefunden hätten, und die OP somit für mich einfacher verlaufen wäre! Dann kommt aber das große ABER: es bleibt immer ein Restrisiko…
  • Auf der anderen Seite bin ich froh, dass sie was gefunden habe, so kann ich reagieren und agieren. So schlimm es im ersten Moment ist, und mein Verstand mir sagt, dass ‚das Glas halb voll‘ ist, so muss der Kopf es erst einmal verarbeiten! Dennoch ist es so, dass ich jetzt vorbeugend etwas tun kann, damit ich mich schütze!!!

Mittlerweile sind wieder ein paar Tage vergangen und ich habe alles gut verarbeitet und die Vorbereitungen für die erste OP laufen! nachdem ich bei meinem behandelnden Frauenarzt und im KH im Brustzentrum Gespräche geführt habe, steht nun die Entscheidung fest, dass ich mich in Köln operieren lassen werde! Mein Frauenarzt schickt mich auch dahin, weil die dort auch eben mehr Erfahrungen haben in dem Bereich und ich persönlich würde mich auch dort wohler fühlen!

Im Brustzentrum wurde dann auch noch mal ein Ultraschall gemacht , um zu sehen, was noch übrig ist vom Tumor. Aber da war nichts mehr zu sehen. Nur der Clip, der vor Monaten gesetzt wurde, war noch  zu sehen. Der Tumor selber hat sich verkrümelt 👏😄 Und die Lymphknoten unterm Arm sehen auch super aus. Das war mal ein super Ergebnis!!! Jetzt weiß ich, dass sich die Strapazen der letzten 6 Monate gelohnt haben!!! Und ich werde wieder gesund. Ich geb die Hoffnung nicht auf, dass alles wieder gut wird!

 

3 Gedanken zu „Fahrt nach Köln zur Uniklinik, Teil 3

  1. Wie immer sehr hautnah und man bekommt das Gefühl daneben zu stehen. In gewisser Weise tut man es ja auch. Bleib weiter so tapfer und zeig dem Teufel wo das Fegefeuer ist. Bei dir definitiv nicht. Schönen Gruß an ihn, er hätte sich verlaufen

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